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Freitag, 20. März 2009

Only Bono...

...can write such a line:

Only love, only love can leave such a mark
But only love, only love can heal such a scar

...and get away with it. Müsste ich zählen, wie oft ich in den letzten fast fünf Wochen "Magnificent" von U2 bei dem allseits beliebten NME-Radio gehört habe, so müsste ich mich schon sehr anstrengen, um diese Zahl auch nur irgendwie greifbar zu machen. Sagen wir deshalb einfach: ätzend oft.

Ich weiß ja nicht, wie das von der breiten Öffentlichkeit gesehen wird, aber sind solche Texte nicht irgendwie... kacke? Gut, Bono Vox hat sich nun gerade in den letzten Jahrzehnten (dass man das überhaupt schon so sagen kann!) nicht gerade als hervorragender Texter geoutet, aber irgendwo ist doch auch mal Schluss. Es ist ja eines meiner best-gehütetsten Geheimnisse (jetzt: war), dass ich vor einigen Jahren auf einem U2-Konzert war und ich der Band prinzipiell auch zugestehe, einige wirklich fantastische Songs geschrieben zu haben - nur vergeht bei solchen Möchtegern-Poesiealbum-Einträgen echt der Spaß am hören. Naja, wahrscheinlich hätte ich mir das neue Album eh niemals angehört. Wer es trotzdem tun will: Es heißt "No line on the horizon" und steht wahrscheinlich überall auf Platz 1 der Charts.

Warum ich das erzähle? Nun, gute Frage! Tatsächlich ist mein Gedächtnis in den letzten Wochen noch siebgleicher geworden als es ohnehin schon war und die Tage verschmelzen zunehmend miteinander, so dass ich kaum noch weiß, wann ich eigentlich was wo getan habe. Deswegen dachte ich mir, dass es zur Überbrückung der "Ich erzähle Quatsch aus London"-Reihe doch eine spitzenmäßige Idee wäre, einfach mal U2 zu dissen, ohne dabei Bono als Weltverbesserer zu bezeichnen.

Was ich hiermit dennoch getan habe.

(P.S.: Eine kleine Anekdote aus der wundersamen Welt des Matthias und gleichzeitig die Verbindung zu London: Am Tag als das Album erschien erblickte ich in der Bahn einen Gentleman, der ausgehend von seinem äußeren Erscheinungsbild (lichtes Haar, Wohlstandsspeck, graue Stoppeln im Gesicht) sicherlich irgendwo am Anfang seines letzten Lebensdrittels stand (oder hoffentlich auch noch steht), der ganz erfreut die Plastikfolie von der Hülle abriss um noch vor dem Hören der CD das Booklet, also im Prinzip die Texte, zu lesen. Das mag zwar, wie oben präsentiert, nicht die beste Idee gewesen sein, allerdings lassen solche kleinen Dinge mein Herz ja gleich immer im 4/4-Takt schlagen. Da-dam, da-dam.)

Mittwoch, 28. Januar 2009

Ach ja, Beyonce Knowles...

...bezüglich Deines Songs "If I Were A Boy" (ja, ich weiß, das ist schon fast ein alter Hut!):

Du kannst auch als Mädchen ein Bier mit den Jungs trinken! Viele werden das wahrscheinlich sogar cool finden. Ich persönlich nicht, weil Dein Musikgeschmack kacke ist, aber darum geht's ja gar nicht. Außerdem kannst Du auch andere "Girls chasen", wenn Du nur Deine sexuellen Neigungen ein klein wenig weitest. Wobei, vielleicht ist das ja eh schon der Fall, das kann ich ja nicht wissen. Will ich ehrlich gesagt auch nicht.

Überhaupt ist mir das hier viel zu doof! Aber bitte erbarme Dich doch in Zukunft und veröffentliche keine Musik mehr. Oder, falls es gar nicht anders geht, zumindest welche, bei der die Texte nicht völlig bescheuert sind. Denk' doch nur einmal an die armen Leute, die völlig nichtsahnend Radio hören!

Sonntag, 18. Januar 2009

Aww... fuck it!

Jaja, musikalischer Jahresrückblick. Ich weiß, ich weiß. Das Leben orientiert sich nur leider nicht daran, die Zeit eben auch nicht. Deswegen ist das jetzt wahrscheinlich total punk (weil mittlerweile ist ja alles punk), wenn ich das ehrgeizige Vorhaben eines musikalischen Jahresrückblicks von Monat zu Monat schlichtweg aufgebe und stattdessen das tue, was ich von Anfang an hätte tun sollen: Listen erstellen.

Alben 2008
The Gaslight Anthem - The '59 sound
Niels Frevert - Du kannst mich an der Ecke rauslassen
Kettcar - Sylt
Klimt 1918 - Just in case we'll never meet again (Soundtrack for the cassette generation)
Nada Surf - Lucky
Thrice - The alchemy index: Vol. 3 & 4 (Air & earth)
Styrofoam - A thousand words
Death Cab For Cutie - Narrow stairs
The Casting Out - Go Crazy! Throw Fireworks!
Weezer - Weezer

Songs 2008
Niels Frevert - Niendorfer Gehege
The Gaslight Anthem - Film Noir
Thrice - Broken Lungs
Weezer - The Greatest Man That Ever Lived
The Casting Out - The Ebbing Of The Tide
Fotos - Explodieren
Tomte - Küss mich wach, Gloria
Styrofoam - My Next Mistake
Rise Against - Savior
Kings Of Leon - Use Somebody

EPs 2008
Yeahbutnow! - Notes
The Gaslight Anthem - Senor and the Queen
The Casting Out - dto.
Yeahbutnow! - dto.

Konzerte 2008
Jonah Matranga (18.07., Duisburg, Steinbruch)
The New Amsterdams (24.05., Münster, Gleis 22)
I Am Kloot (30.08., Lüdinghausen, Area4-Festival)
Dirty Pretty Things (20.11., Köln, Luxor)
The Gaslight Anthem (29.08., Lüdignhausen, Area4-Festival)
Jimmy Eat World (29.01., Köln, Live Music Hall)
Nada Surf (29.09., Köln, Live Music Hall)
Tocotronic (17.04., Bochum, Schauspielhaus)
Kettcar (02.05., Essen, Weststadthalle)
Finch (09.05., Meerhout, Groezrock-Festival)

Sonntag, 28. Dezember 2008

Der macht, was er will...

...der April. Um mal völlig verstaubte Wortspiele aus dem Keller zu zerren!

Vor allem aber hat der April 2008 tolle Musik hervorgebracht. Die Nummer 1 (oder doch die 2?) auf meiner Heiratsliste, Marcus Wiebusch, veröffentlichte mit seiner nicht minder heiratswürdigen Band kettcar das Album "Sylt". Ich ließ mich an dieser Stelle schon ausführlichst darüber aus und es ist, wie es ist:

Ihr kennt ja die Weisheit, dass man den Worten, die man im Kopf hat, niemals gerecht werden kann, wenn man sie ausspricht. Deshalb bin ich unfähig auszudrücken, wie famos dieses Album ist. Es ist weit weg vom befindlichkeitsfixierten Aufstand auf "Du und wieviel von Deinen Freunden" und auch weit weg vom schmeichelnden Trostspenden auf "Von Spatzen und Tauben, Dächern und Händen".

(Dies ist das erste Selbstzitat in diesem Blog!)



Begeistert hat mich darüber hinaus der zweite Teil der Elemente-Tetralogie (die ja so gesehen und genau genommen nur Dilogie ist - Hilfe, mit was für Begriffen wirft dieser Mann denn jetzt bitte um sich? -, die jeweils noch mal in sich geteilt ist) von Thrice. "The Alchemy Index: Vol. 3 & 4 (Air & Earth)" ist dabei noch besser als das Vorgängeralbum, da ich durchaus finde, dass angezogene Handbremsen und große Melodien zu Dustin Kensrue (Platz 9 der Heiratsliste) und Co. passen.



Erwähnenswert außerdem das Debütalbum der Blood Red Shoes, "Box of Secrets". Ich befürchte jedoch, dass die Zwei sich durch das ständige Touren völlig kaputt machen. Auf dem Konzert, das ich Ende April im Dortmunder FZW besuchte, war Stevens Stimme jedenfalls völlig kaputt. Und ich frage mich natürlich auch, wieviel Entwicklungspotential in dieser doch recht einfachen Form der Rockmusik steckt. Für die Gegenwart bleibt allerdings festzuhalten: Spitzenmäßiges Album. Hier ein Eindruck.

Ein wenig ruhiger geht es bei Elbow zu, die mit "The Seldem Seen Kid" sowohl Kritiker als auch Freunde guter Musik überzeugen konnten. Ich gestehe an dieser Stelle jedoch, dass ich das Album zwar durchaus gut finde, es mir als Gesamtwerk jedoch zu eintönig daher kommt. Kann aber auch daran liegen, dass Elbow nach "Newborn" nie wieder einen so großen Song geschrieben haben und ich überhaupt und sowieso nachtragend und völlig irrational bin. Die Geschichte, warum ich Elbow dann im Laufe des Jahres noch hätte live sehen können, aber es dann doch nicht getan habe, erzähle ich irgendwann mal. Vielleicht.

Erwähnenswert finde ich außerdem noch dEUS und deren Platte "Vantage Point". In meinen Augen zwar absolute Herbst-/Winter-Musik, aber dennoch im Frühjahr erschienen. Ändert aber nichts daran, dass es ein schönes Werk ist. Habe es aber ehrlich gesagt nicht oft genug gehört, um ihm tatsächlich gerecht zu werden. "The Architect" sollte man jedoch kennen, weil: Hit!

Hit an Hit an Hit ist übrigens auch auf "A Thousand Words" von Styrofoam zu finden. Styrofoam ist in der Hauptsache der Belgier Arne Van Petegem, der mit vielen unterschiedlichen Gästen aus der Pop-/Rock-Szene Musik zwischen Indie, Pop und Elektro (oh ja!) macht. Darauf aufmerksam wurde ich durch zweierlei: einmal durch die musikalische Nähe zu The Postal Service, aber vor allem durch das Mitwirken von Jim Adkins (Heiratsliste Platz 1/2) bei dem Song "My Next Mistake". Den und einige mehr gibt es bei MySpace. (Außerdem: wie toll ist denn bitte die Beschreibung "the sound of a finished kiss/like when a lip lifts from a lip" bei "Klingt wie:"? Unglaublich!)

Bei dieser ganzen Schwelgerei von auf Plastik gebrannter Musik dürfen wir aber das Bühnenhandwerk nicht vergessen. Vier Termine standen dabei auf dem Plan: Slut (okay, aber außerhalb einer VISIONS-Party sicherlich sehenswerter), Tocotronic (im Schauspielhaus Bochum - sehr grandiose Location, gutes, allerdings nicht das erhofft unerreichbar gute Konzert; aber Hoffnungen werden ja eh immer enttäuscht), Blood Red Shoes (wie auf dem Album: Rock, Rock, Rock!) und.... Yeahbutnow! Letztere spielten ihr insgesamt viertes Konzert in der Vorrunde des 10. Bochumer Newcomer-Festivals und qualifizierten sich gleich mal für das Finale. Und meine Skepsis, die nach dem ersten Live-Erlebnis mit den Jungs durchaus bestanden hatte, war damit auch dahin. Indierock von Weltformat, jetzt muss die Welt das halt nur noch merken. Und wer mir nicht glaubt, kann entweder zur Hölle fahren (wird früher oder später eh passieren!) oder bei MySpace vorbeisurfen. Das klingt jetzt übrigens viel martialischer als gedacht, aber anders verstehen die Menschen das ja nicht.

Dienstag, 23. Dezember 2008

Lieber verschreiben als erfrieren

Ich habe festgestellt, dass ich von nun an jeden Tag einen Eintrag hier hinterlassen muss, damit ich den ganzen Jahresrückblicks-Kram noch vor Ende des Jahres abhandeln kann. Also eigentlich wäre es sogar besser, an manchen Tagen gleich zwei Monate abzuhandeln. Gut, heute jedoch nicht.

Der März war für mich rein vom Papier her kein musikalisch wirklich interessanter Monat. Panic At The Disco (ohne Ausrufezeichen!) veröffentlichten ihr Zweitwerk, Madsen ihr Drittwerk, Fettes Brot das-was-weiß-ich-wievielste Album ihrer Karriere ("Strom und Drang" - Hörtipp: "Lieber verbrennen als erfrieren") und Neues gab es auch von Fotos, The Gutter Twins ("Saturnalia", Mark Lanegan und Greg Dulli) oder Newcomern wie Amy MacDonald. Jaja, genau die Amy MacDonald, die mit "This is the life" (so heißt auch das Album) einen unverschämten Über-Hit geschrieben hat. Pop hin, Pop her - wer dabei ruhig sitzen bleibt macht sich lächerlich.
Abstand nehmen vom Dissen sollte man außerdem auch, wenn es um "Pretty. Odd" von Panic At The Disco geht. So sehr zum Guten entwickelt hat sich wohl nur selten eine Band, die eigentlicht irgendwo zwischen Bravo, MTViva und Kajal-Stift gefangen war. Vermutlich gab es außerdem eher selten eine Band, die ihre Fans so sehr verärgert hat, aber hey - irgendwann werden die 15-Jährigen auch älter...



Entschuldigen muss ich mich ein Stück weit auch bei Madsen, deren neues Album "Frieden im Krieg" zwar nicht schlecht ist, die mich aber vor allem live überraschten (ja, genau auf dem Area4). Tight, sympathisch, rock'n'roll. Unglaublich, aber wahr. Und außerdem ist die erzählte Geschichte in "Nachtbaden" etwas, das jeder sich schon mal gedacht haben dürfte... Mein Favorit ist jedoch: "Vollidiot". (der Sound ist irgendwie seltsam - pardon!)

(Ich sehe schon, sollte ich jemals so etwas wie einen guten Ruf gehabt haben, verschwindet dieser allmählich...)

Richtig warm geworden bin ich hingegen nicht mit Fotos und deren neuer Platte "Nach dem Goldrausch". Doch selbst die haben mit "Explodieren" einen unsagbar spitzenmäßigen Song geschaffen:



Konzerttechnisch passierte nicht viel, außer dass ich in der Schweiz auf dem ersten (und letzten) Metalcore-Konzert meines Lebens war (As I Lay Dying! RAAAH!) und eine Band namens Yeahbutnow! zum ersten mal live sah... In Anbetracht der Tatsache, dass eben diese vier Typen im Laufe des Jahresrückblicks noch öfter erwähnt werden, beende ich den März an dieser Stelle.

Montag, 22. Dezember 2008

Du kannst mich im Februar rauslassen

Musikalischer Jahresrückblick Teil 2!

Der Februar war ein Monat der ruhigen Momente. Zumindest wenn es darum geht, was als physischer Datenträger erschienen ist. Da hatten wir einmal das vielleicht tollste Album des Jahres: "Du kannst mich an der Ecke rauslassen" von Niels Frevert. Ich feierte es schon hier ab, aber an sich kann man das gar nicht oft genug tun. "Niendorfer Gehege" ist nach wie vor einer der schönsten Songs des letzten Jahrhunderts und die restlichen acht Stücke stehen dem eigentlich in nichts nach. Tatsächlich höre ich den genannten Song in just diesem Moment und hätte beinahe schon wieder das Bedürfnis, mich unter der Bettdecke zu verkriechen...



Damit ich das jedoch nicht tue, folgt darauf "I like what you say". Stammt von einem Album namens "Lucky", das von der famosen Gruppe Nada Surf eingespielt wurde. Deren Spezialität war es ja ohnehin schon immer, die traurige Welt in entweder traurige oder aber auch aufmunternde Worte zu fassen, so dass bei aller Melancholie dennoch der Blick immer nach oben geht. Oder nach vorne.

they say you have to have somebody
they say you have to be someone's
they say if you're not lonely alone, boy there is something wrong

In jedem Falle ein Album voller Hits. Großer und kleiner. "See these bones", "Weightless", "Whose Authority"... überzeugt euch selbst!

Konzerte gab es nur wenige und so war ich dann auch auf lediglich einem zugegen: The Casting Out in der Bochumer Matrix (das allererste in Europa!). Hier kurz erwähnt, und ja... kurz und prägnant stimmt das immer noch. Im Laufe des Jahres folgte ein weiteres Konzert von Nathan (auf meiner "Wenn ich schwul wäre, würde ich ihn heiraten"-Liste auf Platz 3) und seiner immer wieder neu sortierten Band, auf dem es dann auch das Debütalbum "Go Crazy! Throw Fireworks!" zu kaufen gab. Aber darüber hab ich mich ja schon ausgelassen...

Leider gibt's von The Casting Out abseits von MySpace keine guten Hörbeispiele... deswegen hier ein Tanzvideo:

Samstag, 13. Dezember 2008

All that has been... Teil 1

In den kommenden Wochen bis zum Ende diesen Jahres gibt es an dieser Stelle den ersten musikalischen Jahresrückblick in der Geschichte dieses Blogs. Ich hatte mir ursprünglich überlegt, bald einfach eine Liste mit den zehn besten Alben und Songs des Jahres zu veröffentlichen, aber dann stellte ich fest, dass ich mich eh nicht entscheiden könnte. Deswegen geht's also nach Monaten. Heute fangen wir an, welch Überraschung!, mit dem Januar:

Alles überstrahlt wurde durch den 29. Januar. An diesem Tage spielten Jimmy Eat World in der Kölner Live Music Hall, was alleine jetzt nicht unbedingt zu einem Anhalten der Welt führen würde. Das Besondere war jedoch die Tatsache, dass ich vor dem Konzert ein Interview mit den Jungs hatte, in dem sie genau so bezaubernd und unglaublich liebenswürdig waren, wie ich es mir immer erträumt hatte. Der Auftritt selber war sicherlich nicht der Beste, den ich jemals von ihnen gesehen habe (das war nämlich dieser), doch spätestens als Rick (Bass) mir nach dem letzten Song noch sein Plek in die Hand drückte, war ich für die kommenden Wochen trotz zu dem Zeitpunkt eigentlich generell miseralber Laune in einer rosaroten Wolke gefangen. Ach ja, ab und zu darf man auch mal Fanboy sein, nicht?

Vom Band präsentierte sich Deutschland in den ersten 31 Tagen des Jahres in erstaunlich guter Form. Gleich drei Bands veröffentlichten Alben, die für mich äußerst erwähnenswert sind. Namentlich sind das die schon immer wunderbar gewesenen Slut, die mit "StillNo1" einen weiteren Höhepunkt ihrer Karriere erreicht haben, die mittlerweile überall abgefeierten Get Well Soon ("Rest now, weary head! You will get well soon") und die immer noch ziemlich unbekannten Delbo mit "Grande Finesse".

Hörbeispiele:
Slut - If I Had A Heart
Get Well Soon - Witches! Witches! Rest Now In The Fire
Delbo - Apricot (erster Song im Player)

Das wunderbarste Lied des Januars kommt jedoch aus Irland und heißt "Falling Slowly". Lustigerweise ist es eigentlich schon im Jahr 2006 von den Frames aufgenommen und veröffentlicht worden, doch schuf deren Sänger Glen Hansard dann anno 2007 den Soundtrack zum Film "Once", in dem er selbst auch die Hauptrolle spielte: Einen Straßenmusiker. Es ginge jetzt zu weit, den Film auch noch zusammenzufassen, doch in jedem Falle erschien im Januar 2008 der Soundtrack. Darauf befindet sich u.a. eine Neufassung von eben jenem "Falling Slowly", das Hansard zusammen mit Markéta Irglová eingesungen hatte. Einige Wochen später gewann das Lied völlig verdient den Oscar. Und bitte, wie unglaublich toll und herzallerliebst ist denn dieses Video?!

Samstag, 1. November 2008

And the pineapple* goes to...

(* pineapple = Ananas)

Nach ihrem souveränen Erfolg im Jahre 2004 durch die unsagbare Sinnlosigkeit der Zeile "Well, somebody told me that you had a boyfriend who looked like a girlfriend that I had in February of last year" wiederholen The Killers dieses Kunststück mit ihrer neuen Single namens "Human". Meine Damen und Herren, bitte verneigen Sie sich vor dieser lyrischen Genialität:

"You've gotta let me know, are we human or are we dancer?
My sign is vital, my hands are cold
and I'm on my knees looking for the answer
are we human or are we dancer?"

Tänzer waren mir eh schon immer suspekt. Applaus. Applaus.

Donnerstag, 9. Oktober 2008

Heureka

Ja, es geht um Tomte. Besser gesagt: Um das neue Album eben dieser Band. Erscheint zwar erst am kommenden Freitag, läuft bei mir allerdings schon seit geraumer Zeit als grafisch nicht wirklich viel hermachende Promo (aber darum geht's ja auch gar nicht - warum erwähne ich das Design überhaupt? Ich glaube die endgültige CD ist viel hübscher).

Aus einem Gefühl, tiefer als Hass,
siehst du wer hier stirbt und wer leben darf
und tu' mir bitte ein'n Gefallen: Denk an mich wenn du denkst
manchmal spür ich, dass du hinter mir stehst
aber es ist so, dass du fehlst
(Es ist so, dass du fehlst)

Es ist ja so mit Tomte und mir. "Hinter all diesen Fenstern" war und ist ein unglaublich emotionales Werk. Ich konnte prima dazu weinen, aber auch mein Gesicht Richtung Sonne drehen und irgendwie daran glauben, dass die Welt gar nicht so schlecht ist, wie ich immer dachte. Doch wie es halt immer so ist und selbst wenn man es nicht wahrhaben will: Gefühle sind meistens eng verbunden mit einem gewissen Abschnitt im eigenen Leben. Gefühle zu Menschen, Gefühle zu Momenten, Gefühle zu bestimmter Musik. Sicher, "Hinter all diesen Fenstern" ist nach wie vor ein fantastisches Album, dem man mit Worten gar nicht gerecht werden kann. Nur: Tränen fließen da bei mir nicht mehr. Und das finde ich auch selber reichlich doof.

Und alle 20 Minuten denkst du an Eliott Smith
alle 100 Jahre kommt jemand wie ich und nimmt dich mit
(Wie sieht's aus in Hamburg)

Als ich vor einigen Wochen dann die Promo von "Heureka" in die Finger bekam und es zum ersten Mal hörte, da war ich ehrlich gesagt irgendwo zwischen Enttäuschung und Zufriedenheit. Enttäuschung, weil ich an manchen Stelle dachte, "Ach, das können die doch jetzt nicht so machen!" (Beispiel: "& ich wander"). Zufriedenheit, weil es wieder einige Stücke darauf gibt, die einfach unfassbar gut geworden sind. Es ist müßig, sie nun alle beim Namen zu nennen. Ich tu's aber trotzdem: "Wie sieht's aus in Hamburg", "Küss mich wach, Gloria", "Es ist so, dass du fehlst" oder "Voran voran".

Wir machen klar, wie das hier endet und wie alles wird
und alles was du brauchst, findest du bei mir
Nichts ist so schön auf der Welt, wie betrunken traurige Musik zu hören
(Nichts ist so schön auf der Welt, wie betrunken traurige Musik zu hören)

Ich ärgerte mich außerdem darüber, dass mit "Der letzte große Wal" ein Song als Single ausgekoppelt wurde, der zwar nicht schlecht ist, aber hinten allen zuvor genannten zurücksteht. Aber gut, dass Tomte offensichtlich ein Gespür dafür haben, die besten Lieder NICHT im Radio und TV unterzubringen (siehe "Die Schönheit der Chance"), ist bekannt.

Wasch alles weg, lass es ziehen Richtung Meer
und die Leute lieben Scheitern und ich scheitere so sehr
zieh dir etwas Hübsches an und halte meine Hand
heute Abend ist der letzte Abend in diesem Land
können wir uns einigen?
(Voran Voran)

Es ist sehr schwer, wirklich in Worte zu fassen, wie ich "Heureka" im Endeffekt finde. Es ist, da gibt es keinen Zweifel, um Längen besser als die Vorgängerplatte "Buchstaben über der Stadt". Aber es ist eben auch so, mit Tomte und mir, dass die Tränen nicht mehr kommen. Und dass obwohl ich eine vage Vorstellung davon habe, was es die Band gekostet haben muss, dieses neue Album aufzunehmen. Allein durch die Abgänge zweier langjähriger Bandmitglieder. Der Umgang mit dem Dreck aus der Vergangenheit und vielleicht auch der Gegenwart, den Thees beim Schreiben der Texte nochmals aufgewühlt hat. Vermutlich läuft es am Ende auf einige kleine Sätze hinaus:

Und wir heben unser Glas in Demut
ich erinner' mich an alles und jeden
such dir jemanden, der dir nicht wehtut
du nennst das Pathos und ich nenn' es Leben
(Küss mich wach, Gloria)

Ach, Thees. Du machst das schon ganz gut.

Sonntag, 5. Oktober 2008

Exklusiv: Ausblick auf's neue Jimmy Eat World-Album

Neue Hitsingle: "Beautiful Day".



Quatsch. War eine Aktion für "Yo Gabba Gabba!", eine amerikanische Kinderserie, in der auch schon The Shins oder The Ting Tings aufgetreten sind. JEW-Sänger Jim kommentierte es im offiziellen Forum der Band wie folgt: "they had a handful of demos that the people at the show had written. we picked this one. it was this or a song about frogs being awesome." Ich hätte zwar auch gerne den Frosch-Song gesehen... aber diese riesigen Hunde und Katzen waren eigentlich auch famos genug.

Andererseits könnte das mit der neuen Hitsingle auch gar nicht so lustig sein, wie man denkt. Wir erinnern uns an "Here It Goes". Gruselig.

Montag, 4. August 2008

Breaking News: Alle doof!

Jaja, schon gut. Mea culpa: Aus Mangel an Zeit, Lust, Motivation, Geld und Ehrerbietung gab es hier zuletzt nicht viel. Und da ich nicht weiß, wie reich an Zeit, Lust, Motivation, Geld und Geltungsdrang ich in Zukunft bin, mag ich nun auch gar nicht versprechen, dass das ab sofort anders läuft. Tut mir jedoch auch ein bisschen leid!

Dafür ist dieser Eintrag allerdings etwas länger. Es geht nämlich um Dummheiten. Genau genommen könnte man mit Erzählungen darüber ganze Staatsbibliotheken füllen, aber ich beschränke mich aus Mangel an [...] auf vier aktuell relevante Beispiele.

1) Die Ruhr-Universität Bochum. Es ist ja schon eine Art Hassliebe, die mich mit der alten grauen Dame und dem abblätternden Putz verbindet. Verarschen lass ich mich aber trotzdem nicht! Rückblende: Vor gut zwei Wochen gab die Uni bekannt, dass die Studienbeiträge (sprich: Gebühren) im kommenden Wintersemester gesenkt werden. Um ganze 20€! Kann man sich immerhin ein großes Eis für kaufen. So weit, so gut. Nur: Zur gleichen Zeit wurde der Sozialbeitrag, der u.a. das NRW-Ticket beinhaltet, um 20€ erhöht. Man möge mir Boshaftigkeit unterstellen, aber Überraschungen gehen anders.

2) Die olympischen Spiele. In den Nebenrollen: IOC-Chef Jacques Rogge, die Pressefreiheit und die Menschenrechte sowie ein lustiger Mensch aus dem schweizerischen Visp. Während Ersterer vermutlich nach wie vor zu 100 Prozent davon überzeugt ist, mit China den richtigen Gastgeber für Olympia gefunden zu haben, sehen die zweit- und drittgenannten das höchstwahrscheinlich ein wenig anders. Es ist aber doch irgendwie auf eine etwas krankhafte Art unterhaltsam, welch' Echo aufgrund der bekannten Thematik (Pressefreiheit und Menschenrechte müssen zuhause bleiben) durch die internationalen Medien hallt. Na gut, es soll ja auch noch Leute geben, die an den Weihnachtsmann glauben. Aber hat irgendjemand ernsthaft (!) damit gerechnet, dass ein paar Wochen Sport die soziale und politische Realität eines Landers ändern? Das hat vor 72 Jahren auch schon nicht funktioniert.
Wer übrigens rätselt, wer der mysteriöse Tanzkobold aus Visp ist, der google bitte nach folgenden Begriffen: Schalke 04, Rafina, Werder Bremen, Diego, Olympia, Freigabe, CAS, Gewohnheitsrecht, Stumpfsinn.

3) Wo wir aber gerade so unglaublich politisch sind: Die SPD. Man mag ja von Wolfang Clement halten, was man will. Und vielleicht waren seine Aussagen durchaus mal etwas mehr als nur grenzwertig. Doch zeigt die aktuelle Vorgehensweise seiner Partei, für die Clement u.a. als Ministerpräsident des Landes NRW diente, in was für einer unglaublichen und unwürdigen Verfassung die SPD sich befindet. Statt konstruktiv mit Kritik umzugehen, egal ob sie nun vollends berechtigt ist oder nicht, wird ein weiteres Stück aus dem Genre "Schmierentheater" aufgeführt, das Außenstehende nur noch mit dem Kopf schütteln läßt. Scheint, als habe die SPD nach dem "sozial" nun auch noch das "demokratische" verloren. Bleibt lediglich noch die "Partei". Für was das stehen soll, weiß man aber offensichtlich selber nicht mehr so ganz.

4) So, leichte Kost. Chris Cornell. Kurzbiographie: Sänger von Soundgarden, Sänger von Temple of the Dog, Solokünstler mit einem fantastischen Debüt-Album ("Euphoria Morning"), gute Spätphase mit Audioslave, Belanglosigkeit mit dem zweiten Solo-Album. Dass es aber noch tiefer geht, beweist der gute Herr Cornell dieser Tage: Ein Album mit Timbaland. Klingt dann so. Kein weiterer Kommentar notwendig.

Freitag, 11. Juli 2008

"save 90% on watches!!"

Ach, genau. Noch ein Nachtrag, bevor ich es vergesse: Als ich gerade die VISIONS besuchte, sprangen mir gleich die blöden Gesichter der MIA.-Leute entgegen. Ich hab ja prinzipiell gar nichts gegen diese Menschen, würden sie nur bitte keine Musik mehr machen. Tun sie aber. Und in dem neuen Video sieht die Sängerin aus, als wäre sie gerade einem Pornofilm von vor zig Jahren entsprungen. Rrrr. Latex. Schade, dass man von tanzenden Herzen keinen Infarkt bekommen kann...

Mittel gegen Impotenz

Heute ist großer Tag des lustigen Beitrags-Titel-Ausprobierens. Außerdem ist die obige Überschrift ein nett gemeinter Gruß an die Spam-Bots, die mich mit solch hilfreichen E-Mails bombadieren. Aber über Spam haben ja schon genug andere Menschen geschrieben!

Die wunderbaren Weakerthans haben vor - ach Gott, es sind schon fünf Jahre! - fünf Jahren das Lied "One Great City!" auf ihrem Album "Reconstruction Site" veröffentlicht. In diesem erzählt Sänger John K. Samson von dem Hass auf seine Heimatstadt Winnipeg. Nun es ist so, dass ich dankenswerter Weise sehr weit davon entfernt bin, Kölner bzw. Bonner zu sein, aber wenn ich mit ausreichend Talent gesegnet wäre, würde ich es dem John gleich tun und meine Verachtung über diese beiden Städte in vier Akkorde packen.

Aber laßt mich mal eben erklären: Vor jetzt schon wieder sechs Tagen war die RhEINKULTUR in den Rheinauen zu Bonn. Zum 26. Mal, wie der unfähige Ansager auf die Bühne nicht müde wurde zu betonen. Warum die Zahl 26 so besonders ist, hat sich mir übrigens noch nicht erschlossen. Naja, Kurzzusammenfassung: Lange Hinfahrt, Tomte geguckt und für erschreckend mittelmäßig befunden, Ben Folds angeguckt und als erschreckend belanglos empfunden (spart euch die Steine!), nach Hause gefahren und nach fünf-einhalb Stunden tatsächlich mal angekommen. Die Dauer dieser Rückfahrt läßt schon darauf schließen, dass bei den diversen Verkehrsbetrieben in Köln/Bonn ganz besonders clevere Menschen am Werk waren, die sicherlich hochqualifiziert für ihren Job sind. Das Problem ist nur: sie verheimlichen es ganz offensichtlich. Ich bezeichne Bonn ja übrigens auch gerne als Kloake von Köln (was genau genommen dann ja eigentlich die Kloake einer Kloake wäre, was wiederum zu lustigen Wortschöpfungen führen könnte) und allein der Bahnhof gibt mir in allen Belangen recht. E. Kel. Haft.

Dicke Respektpunkte gibt's deshalb lediglich für den Typen (war das T-Shirt rot oder doch grün?), der während Ben Folds nichts Bessers zu tun hatte, als seiner Perle die Titten zu richten. Muss ja auch mal sein! Entschuldigung übrigens für die vulgäre Ausdrucksweise, aber manchmal tut die Wahrheit eben weh. Und davon ab waren die Schmerzen noch viel größer, wenn man's mit eigenen Augen gesehen hat. So.

P.S.: Gerade kam noch was rein: "Nationalstolz macht immer einen guten Eindruck". Ich gehe nun also davon aus, dass ich von den Spam-Bots für einen impotenten Faschisten gehalten werde. Aber genug. Über Spam haben ja schon...

Samstag, 19. April 2008

Dringlichkeit besteht immer

"Ich mag den Gedanken an etwas zu glauben, nur: ich bin nicht gläubig"

Gestern war der 18. April 2008. So um halb sieben morgens ging die Sonne auf, um halb neun abends ging sie unter. Zwischendurch verlief das Leben wohl so, wie es immer läuft. Menschen kommen, Menschen gehen, Menschen bleiben und alle sind entweder auf der Suche nach etwas oder glauben, bereits gefunden zu haben. Doch an diesem eigentlich absolut standardisierten, langweiligen und banalen Tag kehrte die Hoffnung in Gestalt der ganz, ganz Großen der deutschsprachigen Musik zurück: Kettcar veröffentlichten ihr drittes Album namens "Sylt".

"Und all die guten, guten Geschichten passieren auch immer nur denen, die sie erzählen können"

Ihr kennt ja die Weisheit, dass man den Worten, die man im Kopf hat, niemals gerecht werden kann, wenn man sie ausspricht. Deshalb bin ich unfähig auszudrücken, wie famos dieses Album ist. Es ist weit weg vom befindlichkeitsfixierten Aufstand auf "Du und wieviel von Deinen Freunden" und auch weit weg vom schmeichelnden Trostspenden auf "Von Spatzen und Tauben, Dächern und Händen". "Sylt" ist...

"Ein letzter Satz jetzt, ein leichtes Nicken, die letzen Wörter in Augenblicken und es ist gut so und folgerichtig, sag zum Abschied leise fick dich"

Ach, es wurde doch eh schon alles geschrieben. Auf die Knie und danke.

Freitag, 11. April 2008

Nachtrag

Ich bin nicht verbittert, ich probier das nur aus

In exakt einer Woche erscheint das neue Kettcar-Album namens "Sylt". Und obiges Zitat stammt aus dem Song "Am Tisch", den die fünf Herren mit dem Herrn Frevert (ihr erinnert euch?!) eingesungen haben. Ist großartig. Deswegen kann ich's jetzt kaum noch abwarten, die komplette Platte zu hören. Ich erwarte nicht weniger als eine Offenbarung. Und ja, ich bin mir sicher, dass es genau so sein wird. Das Leben ist ja schon enttäuschend genug.

Donnerstag, 1. November 2007

Jan Wigger liebt ja doch nur Radiohead

Morgen ist es genau zwei Wochen her, dass das neue Jimmy Eat World-Album "Chase This Light" in Deutschland erschienen ist. Und was wurde nicht alles darüber geschrieben...! "Emo-Schlager" nannte Jan Wigger es und in diversen Foren wurde gestritten, ob das nicht alles viel zu poppig sei. Ich sage: Ach, leckt mich!

Natürlich besteht die Platte aus ingesamt mehr als 40 Minuten Hintergrund-Chören. Und natürlich ist man von den Vieren eigentlich mehr gewohnt als "Verse, Chorus, Verse, Chorus, Bridge, Chorus". Doch das stört höchstens solange, bis man sie entdeckt - die großen Momente und die schönen Zeilen. Ich breche übrigens in hysterisches Lachen aus, sollte sich jemand erdreisten und behaupten, dass die Texte 08/15-Emo-College-Scheiße sind. Ernsthaft: Jim Adkins mag zwar kein Poet sein, der mit seinen Worte abstrakte Welten erschafft, aber im Gegensatz zu all seinen Genre-Kollegen gelingt es ihm immer wieder, die Dinge, die irgendwie was mit dem menschlichen Miteinander zu tun hat, präzise, gefühlvoll und unpeinlich auf den Punkt zu bringen. Wobei ich den Begriff "gefühlvoll" schon jetzt anfange zu hassen, je mehr ich darüber nachdenke.

Wenn es Schwachpunkte gibt, dann tragen sie die Namen "Feeling Lucky" und "Here It Goes". Denn man ehrlich: Pop hin oder her, aber irgendwann ist auch mal gut und Avril Lavigne gehört aus dem Studio geschmissen. Aber das hätte eigentlich schon seit "The Authority Song" vom 2001er-Album "Bleed American" klar sein müssen. "Electable (Give It Up)" hingegen ist an sich ein schicker, nach vorne preschender Song, der live sicherlich Spaß macht. Aber warum besteht der Refrain zu 90% aus "Oh oh oh"? Hier übrigens noch eine kleine Geschichte, die ich lustig fand: Im offiziellen Forum der Band schrieb ein User, dass die Zeilen "Talking points from talking heads with automative smiles / There's no higher ground to stand than bottom of the pile / Give up acting unaware, you can't ignore the crime / The enemy is you as well, the enemy is I" auch aus dem Tagebuch des 12-jährigen Billie Joe Armstrong stammen könnten. Hm. Ja. Aber da stört's doch auch Niemanden.

Und solange Jimmy Eat World immer noch Songs wie "Let It Happen", "Carry You" (näher als in der Bridge dieses Songs war die Band seit der (zurecht!) gefeierten "Clarity" eben jenem Meisterwerk nie mehr), "Chase This Light" und "Dizzy" zustande bekommen, kann ich ihnen gar nicht böse sein. Denn egal wie trostlos der Tag war, und egal welche Abgründe in den Texten des Albums an sich zu finden sind, ich komme einfach nicht umhin, nach jedem Hören ein gutes Gefühl zu haben. Man möge mir lediglich noch erklären, warum "Be Sensible" es lediglich als Bonus Track auf das Album geschafft hat.

Jimmy Eat World sind letztlich wie ein guter Freund. Sie haben Macken, sie haben Fehler. Sie machen Dinge, die man ohne groß zu überlegen als "dumm" bezeichnen würde. Aber wenn es darauf ankommt, sind sie für einen da. Und jetzt wird's echt zu gefühlvoll.