Sonntag, 5. Oktober 2008

Stellenanzeige

Traditionsreicher, semi-erfolgreicher Fußballverein (seit 1904) sucht zwecks gruseligem Ballspiel ab sofort neues Personal: Talent und Können nicht erforderlich, falls vorhanden jedoch abzugewöhnen. Bewerbungen bitte an A. Müller, Ernst-Kuzorra-Weg 1, 45891 Gelsenkirchen.

Exklusiv: Ausblick auf's neue Jimmy Eat World-Album

Neue Hitsingle: "Beautiful Day".



Quatsch. War eine Aktion für "Yo Gabba Gabba!", eine amerikanische Kinderserie, in der auch schon The Shins oder The Ting Tings aufgetreten sind. JEW-Sänger Jim kommentierte es im offiziellen Forum der Band wie folgt: "they had a handful of demos that the people at the show had written. we picked this one. it was this or a song about frogs being awesome." Ich hätte zwar auch gerne den Frosch-Song gesehen... aber diese riesigen Hunde und Katzen waren eigentlich auch famos genug.

Andererseits könnte das mit der neuen Hitsingle auch gar nicht so lustig sein, wie man denkt. Wir erinnern uns an "Here It Goes". Gruselig.

Donnerstag, 25. September 2008

The Ebbing of the Tide


Eben vom THE CASTING OUT-Konzert in der Bochumer Matrix heimgekommen. Folgende Feststellungen:

- spitzenmäßige Band... nur: warum genau haben sich boysetsfire nochmal aufgelöst wenn die quasi Nachfolge-Kapelle dann doch recht ähnlich klingt? Also nicht genau so... aber... halt schon ähnlich.
- an dem Tag, an dem der Sound in der Matrix "gut" ist, wird die Welt untergehen. Ihr seht: heute war das nicht der Fall!
- manche Leute kommen offensichtlich nur noch auf Konzerte, um Ärger zu machen. Anders sind diese Wichser (oh ja!) nicht zu erklären, die den "Moshpit" (oder sagen wir besser: den Tanzbereich) mit einer verschissenen Karate-Stunde verwechseln. Hast Dich ganz zurecht auf die Fresse gelegt, gestreiftes Dickerchen!
- Nathan Gray ist 'ne geile Sau.

Donnerstag, 11. September 2008

Good Things Are Coming Your Way

Meine Damen und Herren!
Heute habe ich fantastische Neuigkeiten für Freunde fantastischer Musik:




(an dieser Stelle einfügen/im Geiste vorstellen: Trommelwirbel)




(mehr Trommelwirbel)




(platzende Trommelfelle!)




THE GET UP KIDS, aufgelöst im Jahr 2005, KOMMEN ZURÜCK! Ich möchte das wiederholen:
THE GET UP KIDS, aufgelöst im Jahr 2005, KOMMEN ZURÜCK!

Ich bin gestern wie ein aufgeregter Junge vor dem ersten Schultag durch die Welt gestiefelt, nachdem ich diese Meldung gelesen hatte. In der Tat kann ich meine Begeisterung eigentlich überhaupt gar nicht in Worte fassen. Man stelle sich einfach einen debil-grinsenden Menschen vor, der dies auch weiterhin täte, wenn er nacheinander durch eiee frisch geteerte Straße robben, durch eine Feder-Fabrik hüpfen und anschließend bei Kentucky Fried Chicken als Essen vorsprechen müsste. Ja genau, SO toll ist das. Und das ist möglicherweise der schönste Song aller Zeiten. Wobei man das eigentlich über jedes einzelne Stück der 1999 erschienenen, möglicherweise zweitbesten Platte aller Zeiten, "Something to write home about" sagen kann.

Weiterhin möchte ich heute noch eine musikalische und eine literarische Empfehlung aussprechen:

Das Buch, über das ich rede, wurde geschrieben von Mark Oliver Everett, besser bekannt als "E" von den unglaublichen Eels. "Things the grandchildren should know" ist die Biographie eines Mitt-40ers, der seine gesamte Familie überlebt hat und dessen Lebensinhalt die Musik ist. Wer das bisher noch nicht bei jedem Ton in jedem beliebigen Song auf jedem beliebigen Eels-Album gehört hat, der kann das nun bitte noch mal nachlesen und sich endgültig überzeugen lassen. Auch hier kann ich gar nicht in Worte fassen, was ich fühlte, während ich das Buch las. Ich empfehle aus Mangel an Kompetenz ja eher selten gedruckte Buchstaben, doch in diesem Fall nehme ich mir das Recht dazu einfach mal heraus.

Die Musik, über die ich rede, stammt von der Band The Gaslight Anthem. Die spielen von Bruce Springsteen inspirierten Punkrock, wobei das mit Punk eigentlich gar nicht mal so ist. Ich finde Schubladen ja eh scheiße. Jedenfalls erschien vor wenigen Wochen das zweite Album der Band, das auf den Namen "The '59 Sound" hört. Und es ist lange her, dass ich so begeistert von einer Platte bin, dass ich keinen einzigen Song überspringe. Oder dass es mir kaum möglich ist, einen Favoriten zu nennen. Ein in sich geschlossenes, wunderbares Album. Hier gibt es das offizielle Video zum Titeltrack und hier ist die MySpace-Seite der Band, auf der noch einige weitere Stücke zu finden sind.

no retreat, no regrets
meet me by the river's edge

Donnerstag, 21. August 2008

Vom Aussterben bedroht

Heute: Die Lichthupe.

"[...] Normalerweise tritt die Lichthupe immer einzeln in Erscheinung. Es kann jedoch in seltenen Fällen auch vorkommen, dass sie zusammen mit einer weiteren ihrer Art auf den Straßen Deutschlands anzutreffen ist. Besonders gerne hält sich eine Lichthupe dabei in der direkten Umgebung von roten Ampeln auf, an denen sie sich für das menschliche Auge für den Bruchteil einer Sekunde zu erkennen gibt.
In letzter Zeit jedoch werden immer weniger Lichthupen auf unseren Straßen gesichtet. Es ist bisher allerdings noch nicht genau geklärt, was die Ursache für das Verschwinden dieses besonderen Lebewesens ist. Experten befürchten, dass eine Mischung aus Ignoranz, Faulheit, mangelnder Sozialkompetenz und Unfähigkeit ihren Teil dazu beiträgt. [...]"

Helfen Sie dabei mit, die Lichthupe zu retten!

Freitag, 15. August 2008

Ah ja...

"Geringe Nachfrage lässt Ölpreis sinken".

Ich würde mich freuen, diese Entwicklung auch an den hiesigen Tankstellen feststellen zu können. Aber vermutlich hat das Eine eh nichts mit dem Anderen zu tun... (Ich stelle mir übrigens immer wieder die Frage, ob in einem solchen Satz "das Eine" und "das Andere" tatsächlich groß geschrieben werden. Ist zufällig ein Germanist anwesend?)

Montag, 4. August 2008

Breaking News: Alle doof!

Jaja, schon gut. Mea culpa: Aus Mangel an Zeit, Lust, Motivation, Geld und Ehrerbietung gab es hier zuletzt nicht viel. Und da ich nicht weiß, wie reich an Zeit, Lust, Motivation, Geld und Geltungsdrang ich in Zukunft bin, mag ich nun auch gar nicht versprechen, dass das ab sofort anders läuft. Tut mir jedoch auch ein bisschen leid!

Dafür ist dieser Eintrag allerdings etwas länger. Es geht nämlich um Dummheiten. Genau genommen könnte man mit Erzählungen darüber ganze Staatsbibliotheken füllen, aber ich beschränke mich aus Mangel an [...] auf vier aktuell relevante Beispiele.

1) Die Ruhr-Universität Bochum. Es ist ja schon eine Art Hassliebe, die mich mit der alten grauen Dame und dem abblätternden Putz verbindet. Verarschen lass ich mich aber trotzdem nicht! Rückblende: Vor gut zwei Wochen gab die Uni bekannt, dass die Studienbeiträge (sprich: Gebühren) im kommenden Wintersemester gesenkt werden. Um ganze 20€! Kann man sich immerhin ein großes Eis für kaufen. So weit, so gut. Nur: Zur gleichen Zeit wurde der Sozialbeitrag, der u.a. das NRW-Ticket beinhaltet, um 20€ erhöht. Man möge mir Boshaftigkeit unterstellen, aber Überraschungen gehen anders.

2) Die olympischen Spiele. In den Nebenrollen: IOC-Chef Jacques Rogge, die Pressefreiheit und die Menschenrechte sowie ein lustiger Mensch aus dem schweizerischen Visp. Während Ersterer vermutlich nach wie vor zu 100 Prozent davon überzeugt ist, mit China den richtigen Gastgeber für Olympia gefunden zu haben, sehen die zweit- und drittgenannten das höchstwahrscheinlich ein wenig anders. Es ist aber doch irgendwie auf eine etwas krankhafte Art unterhaltsam, welch' Echo aufgrund der bekannten Thematik (Pressefreiheit und Menschenrechte müssen zuhause bleiben) durch die internationalen Medien hallt. Na gut, es soll ja auch noch Leute geben, die an den Weihnachtsmann glauben. Aber hat irgendjemand ernsthaft (!) damit gerechnet, dass ein paar Wochen Sport die soziale und politische Realität eines Landers ändern? Das hat vor 72 Jahren auch schon nicht funktioniert.
Wer übrigens rätselt, wer der mysteriöse Tanzkobold aus Visp ist, der google bitte nach folgenden Begriffen: Schalke 04, Rafina, Werder Bremen, Diego, Olympia, Freigabe, CAS, Gewohnheitsrecht, Stumpfsinn.

3) Wo wir aber gerade so unglaublich politisch sind: Die SPD. Man mag ja von Wolfang Clement halten, was man will. Und vielleicht waren seine Aussagen durchaus mal etwas mehr als nur grenzwertig. Doch zeigt die aktuelle Vorgehensweise seiner Partei, für die Clement u.a. als Ministerpräsident des Landes NRW diente, in was für einer unglaublichen und unwürdigen Verfassung die SPD sich befindet. Statt konstruktiv mit Kritik umzugehen, egal ob sie nun vollends berechtigt ist oder nicht, wird ein weiteres Stück aus dem Genre "Schmierentheater" aufgeführt, das Außenstehende nur noch mit dem Kopf schütteln läßt. Scheint, als habe die SPD nach dem "sozial" nun auch noch das "demokratische" verloren. Bleibt lediglich noch die "Partei". Für was das stehen soll, weiß man aber offensichtlich selber nicht mehr so ganz.

4) So, leichte Kost. Chris Cornell. Kurzbiographie: Sänger von Soundgarden, Sänger von Temple of the Dog, Solokünstler mit einem fantastischen Debüt-Album ("Euphoria Morning"), gute Spätphase mit Audioslave, Belanglosigkeit mit dem zweiten Solo-Album. Dass es aber noch tiefer geht, beweist der gute Herr Cornell dieser Tage: Ein Album mit Timbaland. Klingt dann so. Kein weiterer Kommentar notwendig.