Mittwoch, 18. Juni 2008

Ich esse gerade Kekse in Fußball-Form

Zugegeben, die Überschrift ist irreführend. Denn eigentlich sieht nur der eigentliche Keks (also, die beiden Keks-Hälften!) aus wie ein Fußball. Ansonsten sind sie ja eher flach, die Kekse. In der Mitte ist übrigens Schokolade. Wer herausfindet, von was für Keksen ich spreche, der bekommt demnächst einen von mir. Ehrenwort.

Wer sich übrigens wundert, warum es hier, im Hause der absoluten und unumstößlichen Weisheit, noch keinen Eintrag zur EM gibt, dem kann ich auch nicht so wirklich weiterhelfen. Es ginge natürlich viel zu weit, würde ich behaupten, dass es mich nicht interessiert. Aber wir haben halt nicht mehr 2006, ne? Außerdem fängt Bundesliga ja auch bald schon wieder an... Und bevor ich mich dann hier beklage, wie blöde Public Viewing ist, weil ständig einer von hinten "Ich seh nix!" schreit, spar' ich mir das lieber ganz. Jogi Löw sollte übrigens einen Vollbart tragen.

Ansonsten ist das hier gerade alles so herrlich unspektakulär. Gut, es ist jetzt nicht so, als würde ich mich tierisch langweilen (im Gegenteil!), aber es gab dann doch schon mal mehr Spannung im Leben. (Och ja, das ist durchaus als Hilferuf zu verstehen.)

Übrigens, Musik-Empfehlung des Tages: Klimt 1918 mit ihrem Album "In Case We'll Never Meet Again (Soundtrack for the Cassette Generation)". Erscheint Freitag, die Songs auf MySpace klingen toll, der Albumtitel sowie Cover sind famos und als absolutes Highlight gibt's das offensichtlich sogar als Limited Deluxe Supergeil Edition mit Kassette. Ich raub' also jetzt zuerst 'ne Bank aus und geh' dann das Album kaufen. Wer kommt mit?

Mittwoch, 28. Mai 2008

Du weißt ja wo der Bahnhof ist

Am Samstag war es endlich mal wieder soweit: Ich habe ein großartiges (!) Konzert erlebt. Relativ spontan wurde die Reise nach Münster ins Gleis 22 (übrigens ein toller Laden!) angetreten, um dort The New Amsterdams zu sehen. Wer nicht weiß, wer oder was das ist, geht einfach mal zu MySpace, bitte. Ansonsten reicht vielleicht die Information, dass Sänger Matt Pryor bis vor wenigen Jahren die kratzige Stimme der Get Up Kids war. Und die waren unbestritten eine der besten Bands aus dem Bereich "emotionale Musik".
Wie dem auch sei. Nicht nur, dass die New Amsterdams schon 75 Minuten wunderbare Unterhaltung boten - nein! Nach der Zugabe betrat Matt noch einmal alleine die Bühne und kündigte sogleich Großes an: "So you want some really old shit, huh?" Das hätte ja nun alles heißen können... im Endeffekt bedeutete es jedoch: "Out Of Reach" und "I'll Catch You". Zwei der wundervollsten, besten, tollsten, zu Tränen rührendsten Songs der Get Up Kids-Geschichte. Aber seht lieber selbst. Und preist Youtube, dieses Werkzeug des Bösen. Man läßt nie los, was man liebt...

Sonntag, 4. Mai 2008

Lebensziele zu verschenken

Der Volksmund sagt: Das Wetter ist viel zu gut, um drinnen zu sitzen.
Ich sage: Ich kann immer noch selbst entscheiden, wann ich Lust darauf habe, draußen zu sein. Und vielleicht finde ich Regen-Wetter ab und zu ja auch viel schöner als Sonnen-Wetter.*

Das nur als provokante Einstiegs-Ansage.

Hab ich eigentlich schon erwähnt, dass ich alt werde? Also alt jetzt nicht so im Sinne von graue Haare, krummer Rücken und Nierentee, sondern so... gefühlt alt. Kaum ist man mal zwei Abende in Folge unterwegs gewesen fühlt man sich gleich völlig geplättet. Ausgebrannt. Und ja, ihr wisst's: Mit dem Sommer kommt auch der frühe Sonnenaufgang, der wiederum dafür sorgt, dass man stets im Hellen nach Hause torkelt. Während dann die Vögel zwitschern und so langsam die ersten fleißigen Menschen aus ihrem Bett in ihre Verpflichtungen stolpern, stolpert man selbst nur ins Bett. Fünf Stunden später schließlich ist es aber auch vorbei mit der Herrlichkeit und die eigenen Versuche etwas Sinnvolles zu tun, scheitern an einer Mischung aus Nachdurst, Postdormitium und nach kaltem Rauch stinkenden Klamotten. Ein weiterer Strich auf der Liste der verlorenen Tage. Man fragt sich, wofür das eigentlich alles noch gut ist und was es bringen soll.

Der vorhergehende Absatz ist so wunderbar poetisch und gefällt mir deshalb so außerordentlich gut, dass ich diesen Eintrag nun einfach beende. Man sollte ja immer aufhören wenn's am Schönsten ist.

* Tue ich tatsächlich. Dann und wann, wenn es wochenlang mal wieder unerträglich heiß ist und anscheinend überall, wo man so geht und/oder steht, eine Sauna vorzufinden ist.

Samstag, 19. April 2008

Dringlichkeit besteht immer

"Ich mag den Gedanken an etwas zu glauben, nur: ich bin nicht gläubig"

Gestern war der 18. April 2008. So um halb sieben morgens ging die Sonne auf, um halb neun abends ging sie unter. Zwischendurch verlief das Leben wohl so, wie es immer läuft. Menschen kommen, Menschen gehen, Menschen bleiben und alle sind entweder auf der Suche nach etwas oder glauben, bereits gefunden zu haben. Doch an diesem eigentlich absolut standardisierten, langweiligen und banalen Tag kehrte die Hoffnung in Gestalt der ganz, ganz Großen der deutschsprachigen Musik zurück: Kettcar veröffentlichten ihr drittes Album namens "Sylt".

"Und all die guten, guten Geschichten passieren auch immer nur denen, die sie erzählen können"

Ihr kennt ja die Weisheit, dass man den Worten, die man im Kopf hat, niemals gerecht werden kann, wenn man sie ausspricht. Deshalb bin ich unfähig auszudrücken, wie famos dieses Album ist. Es ist weit weg vom befindlichkeitsfixierten Aufstand auf "Du und wieviel von Deinen Freunden" und auch weit weg vom schmeichelnden Trostspenden auf "Von Spatzen und Tauben, Dächern und Händen". "Sylt" ist...

"Ein letzter Satz jetzt, ein leichtes Nicken, die letzen Wörter in Augenblicken und es ist gut so und folgerichtig, sag zum Abschied leise fick dich"

Ach, es wurde doch eh schon alles geschrieben. Auf die Knie und danke.

Freitag, 11. April 2008

Nachtrag

Ich bin nicht verbittert, ich probier das nur aus

In exakt einer Woche erscheint das neue Kettcar-Album namens "Sylt". Und obiges Zitat stammt aus dem Song "Am Tisch", den die fünf Herren mit dem Herrn Frevert (ihr erinnert euch?!) eingesungen haben. Ist großartig. Deswegen kann ich's jetzt kaum noch abwarten, die komplette Platte zu hören. Ich erwarte nicht weniger als eine Offenbarung. Und ja, ich bin mir sicher, dass es genau so sein wird. Das Leben ist ja schon enttäuschend genug.

Sonntag, 6. April 2008

Meine Interpretation

Ich glaub, ich bin verbittert. Also jetzt nicht in Richtung "Ich find' alles scheiße, will eure Gesichter nicht mehr sehen und das zeige ich euch - verdammt noch mal - auch", sondern eher so... Ja, schade, Satzstruktur völlig verloren. Versuchen wir es also anders und noch mal von vorn:
Ihr kennt doch sicherlich die großartige TV-Serie "Scrubs", nicht? Hauptcharakter J.D. ist ja ein völliger Tagträumer, was in jeder Folge mindestens einmal zu einer spitzenmäßigen Sequenz führt, die völlig am Hier und Jetzt vorbeigeht. Ein Beispiel gefällig? Hier!

Meine anfangs erwähnte Verbitterung zeigt sich in der Realität nun so, dass ich mit meiner nahezu unglaublichen Beobachtungsgabe das Geschehen um mich herum nicht nur aufnehme, sondern gleich verarbeite. Stellen wir uns vor, wir sitzen in einer S-Bahn. Und an jeder Haltestelle (und Himmel, so eine S-Bahn hält ziemlich oft!) steigt ein nerviges Scheiß-Pärchen ein und ein anderes dafür aus. "Ok", werdet ihr denken, "doch wie genau definiert sich diese Spezies von Mensch?" Ganz einfach: Es ist schlicht nicht mehr feststellbar, wem welche Zunge gehört bzw. ob tatsächlich beide Personen, die involviert sind, überhaupt jeweils eine besitzen, oder ob doch gar einer von ihnen zwei Zungen in der Fresse hat.

(An dieser Stelle halte ich fest, dass ich einzelne Begriffe innerhalb meiner Beiträge immer viel zu lang erklären muss. Vielleicht sollte ich ein Wörterbuch schreiben: Ich - Rest der Welt. Andersrum lohnt sich nicht.)

Gut, nachdem wir also das Scheiß-Pärchen kategorisiert haben (gilt es eigentlich schon als Verbitterung, wenn ich "Scheiß-Pärchen" schreibe? Vermutlich schon. Hmm. Dann möchte ich hier kurz klarstellen, dass ich an sich rein gar nichts gegen Pärchen habe. Außer vielleicht das Wort "Pärchen"), kommen wir zurück zu meiner Grundthese. Wir erinnern uns: Ich bin verbittert und erlebe "Scrubs"-Momente. Ich sitze also so in der S-Bahn und um mich herum lauter ätzende Menschen, die sich gegenseitig die Luft zum Atmen rauben. Und genau in diesem Moment, paff! (in den alten Comics früher wirkte solche Lautschrift immer cooler), beginne ich eine andere Welt zu sehen: Die gerade noch so glücklichen "An das Gute"-Gläubigen streiten sich vor meinem geistigen Auge, bewerfen sich mit Blumentöpfen oder Stofftieren und rennen mit Tränen-übersäten Wangen durch dunkle Straßen. Und das Highlight dieser ganzen Situation: Während ich die Zukunft bereits ganz klar vor mir sehe, wissen sie von all dem noch nichts bzw. schieben es beiseite. Ha! Verblendete Spinner!

Freitag, 21. März 2008

Hast Du gestern Heldentaten vollbracht?

Ich sitze hier und höre Niels Frevert. Das Album trägt den Namen "Du kannst mich an der Ecke rauslassen". Es ist voller Poesie und Schönheit. Anhören bitte. Google zu bedienen dürfte ja noch möglich sein, nicht?

Ich stelle fest, dass ich seit gefühlten Ewigkeiten nicht mehr tanzen war. Oder vom Rotwein betrunken nach Hause getorkelt bin. Ok, ich bin zwar mal getorkelt, aber das lag dann am Bier. Und am Fußball. Himmel, wie klischeehaft! Bin ich das? Warum also nicht mal wieder tanzend Rotwein trinken?

Ich hab vorhin die aktuelle Neon gelesen. Dabei fiel mir dann auf, dass das ja ein Werk des Sterns ist. Also von dem Magazin, diesem gar fürchterlichen. Aber ich bin an sich zu alt um jetzt noch dagegen zu sein. Außerdem war ich ja nie Punk oder sowas. Stand nie an einem Atomkraftwerk und habe demonstriert. Oder "Fuck the system" an eine Häuserwand gesprüht. Und im Endeffekt ist das ja eh egal, ob da jetzt Stern, Spiegel oder taz draufsteht. Hat mir vor kurzem zumindest jemand erzählt, der als Jugendlicher in Münster auf der Straße gelebt hat. Wobei, ich glaub die taz war es, die er als Einziges noch liest. Egal. Ich nicht.

Jedenfalls ist die Neon-Titelstory, "Aus der Liebe lernen", mal wieder sehr interessant. Und dieses "interessant" ist positiv gemeint. Gut, im Prinzip ist es ja ohnehin so, dass man immer schon vorher weiß, was in diesen ganzen Artikeln der Neon steht sobald man die Überschrift gelesen hat. Aber man freut sich dann doch immer wieder wenn das, was man vorher vermutet hat, tatsächlich eintritt.

Der Absatz vor diesem hier war der erste in diesem Post (gräßliches Wort, übrigens), der nicht mit "Ich" angefangen hat. Also kann ich da auch jetzt weiter drauf verzichten. Ich habe nämlich aufgehört traurige Songs zu schreiben und nun schreibe ich stattdessen traurige Songs, die was Positives an sich haben. Das ist gesund und tut gut.

Fuckscheiße, Kids. Hört euch das Frevert-Album an. "Niendorfer Gehege" ist eines der schönsten Lieder, das ich seit verdammt langer Zeit gehört habe. Hätte ich nicht beschlossen, erstmal nicht mehr (zu Musik) zu weinen, würde ich das jetzt glatt tun.

Ich freu mich auf das, was kommt. Die Zukunft ist am Ende wenn Du weiter vor ihr fliehst. Worum es eigentlich geht.