Donnerstag, 21. Februar 2008

Kapitulation

Spitzenmäßig. Gerade erstmal ganz schick Karten für Tocotronic im Schauspielhaus Bochum gekauft. Weltuntergang mit Stil, denke ich.

A propos Stil: Nathan Gray (The Casting Out / ex-boysetsfire) hat den auch. Letzten Samstag zuerst stilvoll Bier in einem abgefuckten Backstage-Raum getrunken und anschließend als Über-Styler mit Anzug, Weste und Krawatte auf die Bühne gekommen. Fuck hope, signed me. Mittelfinger nach oben zur Bestimmung der Windrichtung und ab dafür.

Hatte ich überhaupt schon damit rumgeprotzt, vor wenigen Wochen auch die größte Band aller Zeiten getroffen zu haben? Nicht? Tja, ist ja auch egal jetzt. Wäre stillos, das noch nachzureichen. Can you still feel the butterflies?

Mittwoch, 13. Februar 2008

Heinz Sielmann wär' jetzt hilfreich

Es wird Frühling. Und das merkt man nicht an den steigenden Temperaturen, der zunehmenden Sonnenschein-Dauer oder der tendenziell ansteigenden Zahl von nervigen Scheiß-Pärchen in der Öffentlichkeit, sondern am Auftauchen einer ganz besonderen Tierart: Selbstmordvögel.

Schon mal nichtsahnend eine etwas ländlichere Straße entlang gefahren? Ja? Dann kennt ihr das sicherlich. Auf einmal rauscht, meist von rechts, ein Vogel heran und fliegt gefühlte Millimeter vorne am Auto vorbei. Auch den entgegenkommenden Autofahrern passiert so etwas - oftmals genau im gleichen Moment wie einem selbst. Das ist dann sozusagen schon fast eine Performance. Ganz talentierte Solo-Selbstmordvögel ziehen's aber auch so durch, dass sie sowohl an dem eigenen Auto als auch am entgegenkommenden Auto knapp vorbeistürzen.

Die Frage, die ich mir nun stelle, ist folgende: Ist das so eine Art Mutprobe? Um den Spatzen-Ladies (ich nehme an, dass es sich dabei um Spatzen handelt, aber ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung) jetzt am Frühlingsanfang zu imponieren? So nach dem Motto: "Hey Süße, meine Federn glänzen mehr, mein Schnabel ist länger und verdammt, ich hab auch noch die Eier mich fast selbst umzubringen!"? Das mag mal jemand verstehen. Ich nicht.

Dienstag, 15. Januar 2008

Blog ohne Grund

Für's neue Jahr hatte ich mir vorgenommen, wieder mehr zu schreiben. Aber das hier ist gerade das erste, kreative Werk 2008. Wenn man es denn überhaupt als kreativ bezeichnen kann. Denn: Ich blogge ohne Grund. Aber das ist ok, das tun viele Menschen. Sie merken's nur nicht. Als wenn es irgendwen interessieren würde, was irgendwer anders am anderen Ende der Stadt, des Landes oder der Welt schreibt. Das ist in etwa genau so spannend wie die neue Staffel der Urwaldanstalt oder diese herrlich-bescheuerte Löffelbieger-Sendung. Oder eine Mischung aus beidem!

Oh, kurz jubeln bitte:
- in zwei Wochen: Jimmy Eat World live
- Mitte Februar: The Casting Out live
- im April: neues Kettcar-Album

Ist es nicht seltsam, dass man die nähere Zukunft hauptsächlich anhand von Musik einordnet und sortiert? Es ist übrigens gerade bereits das vierte oder fünfte Lied komplett durchgelaufen, während ich das hier schreibe. Die Frage ist nun: Waren die Lieder so kurz oder tippe ich so langsam? Oh, nein, ich weiß die Antwort. Ich mache ständig irgendeinen anderen Quatsch nebenbei. Lese Songtexte, wähle doch lieber einen anderen Song aus oder betreibe Luft-Posing. Ihr wisst schon: große Gesten, Fäuste zum Himmel und so tun, als würde man dabei singen. Und jetzt alle: "spitting lies, just to find... there's a reason why we're never satisfied. from the long walk home, to the reasons why we go to bed alone".

Spitzenmäßige Idee, übrigens. Gute Nacht.

Man lässt nie los, was man liebt, war, ist, bleibt: immer Musik.

Dienstag, 1. Januar 2008

Ach ja, 2007...

...was ich Dir noch sagen wollte:

Fuck you!

Frohes Neues.

"So this is the new year
And I don't feel any different
The clanking of crystal
Explosions off in the distance

So this is the new year
And I have no resolutions
For self-assigned penance
For problems with easy solutions"
(Death Cab For Cutie - The New Year)

Sonntag, 23. Dezember 2007

Didn't mean to leave you hanging on.

Stell dir nur mal vor es ist Weihnachten und keine Sau interessiert sich dafür. Keine Weihnachtsdeko, keine Weihnachtslieder, keine Weihnachtsstimmung. Ein Tag wie jeder andere auch. Genau so fühlte ich mich, als ich eben in der Küche stand und mir irgendwie erhoffte, dass bei dem Gedanken an Heiligabend eine Art kribbeln einsetzen würde.

"Cold wind blows on the soles of my feet
Heaven knows nothing of me
I'm lost, nowhere to go
Oh, when I was a kid
Oh, how magic it seemed
Oh, please let me sleep,
it's Christmas time"
(Pearl Jam - Let Me Sleep)

Frohe Weihnachten. Oder das, was man sich darunter vorstellt.

Sonntag, 16. Dezember 2007

Von Masken und Hüten

Die größten Komiker der Welt-Geschichte waren außerhalb der Bühne ganz traurige Menschen. Sagt man zumindest. Doch sobald sie vor einer nach Unterhaltung gierenden Menschenmenge standen, setzten sie eine Maske auf. Die Maske der guten Laune. Natürlich: Jeder Mensch setzt sie hin und wieder mal auf, doch bei den meisten Benutzern fällt das gar nicht auf. Weil sie den Umgang mit der Maske schon so gut beherrschen, dass sie selbst kaum noch wissen, was jetzt echt ist und was nicht. Zum reinen Selbstschutz. Klar. Das ist so ähnlich wie mit Hüten: Im Endeffekt setzt man sie nur auf, weil man etwas zu verbergen hat. Einen dicken Schädel, eine beschissene Frisur oder sonstige absolut alberne Unzulänglichkeiten. Und irgendwie glaubt man, dass es nicht weiter tragisch ist, wenn man Hüte trägt. Oder Masken. Nur leider stumpft man innerlich immer mehr ab und irgendwann trägt man den Hut oder die Maske nur noch, weil man nichts anderes mehr gewohnt ist. Und das, was wirklich zählt, bleibt im Verborgenen und nutzt die Zeit des Nichterkanntwerdens dazu, sich wie ein Geschwür auszubreiten und negativ in alle Richtungen zu strahlen. Eines Tages hat die Maske dann Risse und bricht. Einige Fäden lösen sich aus der Hutnaht. Und man erkennt, wohin Schauspielerei führt.

Montag, 26. November 2007

Everchanging

Ich stelle ganz flugs zwei Dinge fest:

1) Fremdschämen ist wirklich eklig. Und warum? Weil man insgeheim weiß, dass andere Menschen sich auch für unsereins fremdschämen. Dem Freak, den man eben noch belächelte, ist man bei genauerer Überlegung nämlich viel ähnlicher als angenommen. Alles, was man selbst als "Macke" ansieht, ist für Manche so unglaublich peinlich, dass sie sich deswegen vor die nächste Straßenbahn werfen würden. Na, gerade mal wieder am Fingernagel gekaut? Oder in der Nase gebohrt? Blödes Gesicht in einer unpassenden Situation gemacht? Seltendämliches Lachen vom Stapel gelassen? Ja? Ich auch. Alles zusammen.
2) Weihnachten nervt. Ist irgendwem aufgefallen, dass pünktlich ab Mitte November die Werbung für Spendenaktionen VOLL durchstartet? Jaja, "Fest der Liebe" und so. Sicher. Ich nenne es lieber gräßliche Instrumentalisierung. Was hindert die vom Grundgedanken her sicherlich ganz schönen Spendenaktionen eigentlich daran, nicht regelmäßig über's Jahr verteilt zu laufen? Wenn sich alle auf's Jahresende fokussieren, graben sie sich außerdem auch gegenseitig das Wasser ab [an dieser Stelle bitte eine Landschaftsaufnahme eines vertrockneten Landstrichs in Afrika vorstellen]. Ach ja: Unglaublich pathetisch sind sie auch noch. Komisch, dass ich nicht drauf reinfalle.